Sonntag, 5. Februar 2012

Eltern-Kind-Blogparade, die 5. Wochenaufgabe

Wellness Aktivitäten ArzneimittelIn der 5. Runde der Eltern-Kind-Blogparade der Testmama geht es um Gesundheit, Entspannung und Freizeit. 

Ein wirklich sehr interessantes Thema, dass auch Bände füllen könnte. 

Globuli, Hausmittel, Schulmedizin, ich würde sagen, bei uns findet sich eine gesunde Mischung von allem. 

Wenn eine Erkrankung bei uns Einzug hält, versuche ich sie zunächst sanft zu bekämpfen. Da gibt es diverse Sachen. Bei Erkältungen schwöre ich zum Beispiel auf eine Mischung von Ferrum Phosphoricum-Kügelchen, Euphorbium Nasentropfen, Inhalation, Honig, Holundersaft und selbst angesetztem Rettichsaft aus Oma´s Hausmittelbuch. 

Bei Erbrechen oder Durchfall gibt es Kohletabletten, Salzstangen oder auch mal was ganz verpöhntes: Eine Tasse Milch mit einem Stückchen Schokolade.

Aber oft kommt man, bei einer bakteriellen Erkrankung, einfach um ein Antibiotika nicht herum und wenn es eben so sein muss, dann ist es halt so. Wir gehen halt beide auch arbeiten und haben deshalb oftmals auch gar nicht die Zeit um ein Erkrankung auf eine sanfte Art und Weise auskurieren können. Zum Einen, da sonst die Krankentage im Kalenderjahr gar nicht reichen, zum anderen, weil man auf Arbeit gebraucht wird. 

Oben habt ihr vom Rettichsaft gelesen, den ich meinen Kinder bei Husten gebe. Viele von euch kennen vielleicht Zwiebelsaft. Ich habe aber festgestellt, dass Rettichsaft noch viel besser hilft. Deshalb will ich euch kurz erklären wie ich ihn ansetze. 

Ich nehme eine halbe Kugel schwarzen Rettich, schäle ihn, schneide ihn in Stücke und gebe ihn mit ein paar Löffeln braunem Rohrzucker in ein Gefäß was sich sehr gut verschließen lässt (das ist wichtig um Geruchsbelästigungen zu vermeiden). Anschließend das Gefäß in den Kühlschrank stellen. Nach ein paar Stunden hat sich ein Saft abgesetzt, den gebe ich Löffelweise über den Tag verteilt den Kindern.

Bei uns wird das Thema Prävention ganz Groß geschrieben. Das erst recht seit dem mein kleine Lord das Licht der Welt erblickt hat. Wie vermeidet man Unfälle, wo lauern mögliche Gefahrenquellen, wie handeln wir im Fall der Fälle und das möglichst richtig. 

Das Thema ist deshalb seit seiner Geburt so präsent, da er ein so genannter "Bluter" ist. Das ist eine Erberkrankung, die er von mir über meinen Papa geerbt hat, also die Töchter auf die Söhne weitergeben (können aber nicht zwingend müssen). Das er die Krankheit über mich bekommen hat war anfangs sehr schwer für mich, aber wir wurden sehr gut aufgefangen. Da es recht viele Betroffene gibt, gibt es einen Verein der sich um Betroffene und Angehörige kümmert. Es werden Treffen organisiert, Informationstage, Veranstaltungen, Ausfahrten, es gibt Ansprechpartner und man kann sich viel mit anderen betroffenen Eltern austauschen. Es haben sich Freundschaften entwickelt und man trifft sich inzwischen auch privat. Das alles hat mir sehr geholfen, so dass das Thema inzwischen vom Tisch ist und hilft mir noch immer.

Was heißt das nun, Bluter??? Es ist so das Jamie´s Blutgerinnung verzögert ist. Sein Körper stellt einen bestimmten Faktor, der für die Blutgerinnung erforderlich ist, nicht bzw. nur zu einem Bruchteil von dem wie es bei einem "normalen" Menschen der Fall ist, her. Es ist eine rein innerliche Erkrankung, also man sieht nichts und man hört nichts, er ist ein ganz normales Kind, bis auf wenn er sich verletzt, sei es durch Stürze, Stöße und dergleichen. Wir behandeln ihn deshalb nicht anders als seine Schwester, denn wenn sie sich verletzt muss man ja auch kontrollieren, ob alles gut verheilt, nur muss man halt bei Jamie noch genauer hinschauen. Dabei ist alles was man sieht, wie offene Wunden gar nicht so schlimm, denn das kann ich einschätzen und beurteilen, aber alles was im Körper passiert und man nach außen hin eben nicht sieht, das ist für uns immer die unbekannte Große. 

Für den Fall der Fälle haben wir einen Gerinnungsfaktor im Haus der ihm verabreicht werden kann. Hier ist es allerdings so, dass dieser Faktor venös gegeben werden muss. Da wir beide nicht aus dem medizinischen Bereich kommen, brauchen wir dazu halt immer die Hilfe eines (Not-)Arztes. Es ist angedacht, dass wir das intravenöse Spritzen erlernen, damit wir erste Maßnahmen auch selbst ergreifen können. Dies jedoch erst, wenn seine Venen groß genug sind, was im Moment noch nicht der Fall ist. Extra zu unserer Ersten-Hilfe-Box haben wir Jamie´s Notfallrucksack zentral im Haus gelagert, so dass jeder sie Schnappen kann, selbst Coralie. Darin befinden sich Kühlpacks, Pflaster, Verbandsmaterial und spezielle Erste-Hilfe-Sachen für seine Erkrankung, wie Gelaspon-Kissen und so weiter. Außerdem Kleidung für mich, ihn und Coralie sollten wir mal doch ganz schnell in ein Krankenhaus müssen. Ein Gewinn von www.pflasterkoffer.de oder www.bergfreunde.de, zwei Sponsoren für diese Wochenaufgabe, käme mir da wirklich sehr gelegen, denn pflasterkoffer sponsert einen pflasterkoffer und bergfreunde einen super schönen Kinderrucksack.  

Alles in allem ist es so, dass wir uns mit der Erkrankung arrangieren, aber nie den notwendigen Respekt davor verlieren. Und so haben wir -drei mal auf Holz geklopft und ich hoffe das bleibt auch so- bisher noch keine wirklich ganz schlimme Situation erlebt.


Hierbei hilft uns sein kleines blaues Helmchen, dass ihr im Bild sehen könnt. Diesen trägt er im Kindergarten zur Sicherheit.

Außerdem haben wir viele Ecken und Kanten mit Hilfe von Isolationsrohren abgepolstert. Ein einfaches aber hoch wirksames Mittel. Da würde ich mich über einen Gewinn von www.wellnessium.de freuen, einem weiteren Sponsor, denn dieser vergibt Amazongutscheine und damit könnten wir noch mehr Kabelbinder und Isolationsrohr ;) So schaut zum beispiel sein Schaukelpferdchen aus: 



Ansonsten gibt es bei uns die üblichen Sicherheitsvorkehrungen. Treppenschutzgitter, kindersichere Steckdosen, abgesperrte Schränke. 




Auswirken tut sich seine Erkrankung auch auf unsere Urlaubsplanung. Es wunde uns nahe gelegt, nur dahin zu verreisen, wo auch entsprechende Behandlungszentren in der Nähe sind. Deshalb begrenzen sich unsere Urlaubsaufenthalte auf Ziele innerhalb Deutschlands. Zwar gibt es im Ausland auch entsprechende Zentren, aber aufgrund der sprachlicher Differenzen trauen wir uns einfach noch nicht über die Ländergrenzen hinaus.

Coralie und Jamie gehen beide ins Kinderturnen. Für ihn ist das sehr wichtig, damit er motorisch einfach fit ist und einen guten Gleichgewichtssinn entwickelt. Für ihn zu gefährliche Übungen lassen wir einfach aus, aber natürlich darf er auch gerne mal klettern und sich ausprobieren. Außerdem besuchen sie die Musikschule. Diese kommt ein mal wöchentlich in unseren Kindergarten um die musikalische Frühentwicklung zu fördern, dass ist sehr praktisch für mich, denn so habe ich keine Fahrtstress.

Außerdem können wir auf die Hilfe von Oma und Opa zählen. Und so können auch wir uns ab und an eine Auszeit nehmen um eben nicht nur Eltern sondern auch Mann und Frau bzw. ein Paar zu sein. Dann gehen wir gerne einmal ins Kino, treffen uns mit Freunden oder gehen zum Schulungsdienst der freiwilligen Feuerwehr. 



Kommentare:

  1. Da hattet ihr es sicher nicht immer einfach, aber ich muss ehrlich sagen, der Helm sieht richtig schick aus :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ja, der steht im gut und in der Kita sind alle immer ganz traurig weil sie nicht so einen tollen Helm haben.

      Löschen
    2. Das freut mich zu hören - schön, dass er so liebe Freunde hat. Und ganz offensichtlich auch fähige Erzieher da in der Kita!

      Löschen
    3. Ja, absolut. Auch wenn es ihnen anfangs alles nicht ganz geheuer war.

      Löschen
  2. Bei uns hat bis jetzt immer der Zwiebelsaft geholfen. Aber dein Rezept für den Rettichsaft habe ich mir aufgeschrieben wenn der mit den Zwiebeln nicht mehr helfen sollte.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh, es ist sicher für ein Kind nicht einfach, mit einer solchen Erkrankung umzugehen, ich bewundere den tapferen kleinen Mann und bin mir sicher, vor allem du als Mama gibst ihm ganz viel Kraft. Es liest sich schön, dass ihr euren Alltag so normal gestalten könnt und viel Hilfe von Außen erhaltet. Alles Liebe für euch.

      Löschen
  3. Den Rettichsaft kannte ich auch noch nicht!

    So eine Erkrankung ist wirklich eine Herausforderung für die ganze Familie! Aber ihr scheint das ja gut hinzukriegen.

    Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
  4. Tolles Rezept =)
    ich finde es super, dass ihr so toll mit der Erkrankung umgeht und ihn nicht überbehütet.
    Ist wahrscheinlich wirklich eine Herausforderung. Aber die Sache mit dem gepolsterten Schaukelpferd ist super :)

    AntwortenLöschen
  5. Rettichsaft, das habe ich noch nie gehört. Bei uns gibt es das mit Zwiebeln :D
    Ohjee, Hut ab, dass ihr es trotz der Krankheit so gut hin bekommt!

    LG Silly

    AntwortenLöschen
  6. uIuiui das ist ja ein riesen Bericht:-)
    Hast du schön gechrieben:-)

    Das mit den Salzstangen hat meine Mama auch mal gesat aber ich finde gebarcht hats nichts^^

    AntwortenLöschen
  7. Hi du,
    Den Rettichsaft mache ich auch ;-) Hab in meinem Bericht darüber geschrieben. Jetzt steht er grad in der Küche da wir alle krank sind ;-( und in der Nacht stellen wir in jedem zimmer zwiebeln auf
    Lg jassi

    AntwortenLöschen
  8. Schön, dass Ihr Oma und Opa in der Nähe habt und dann auch mal was zu zweit machen könnt! An meinem Geburtstag kommt meine Mutter zu Besuch. Das werde wir gleich ausnutzen und zu zweit ins Kino gehen und sie muss auf die Kinder aufpassen! ;-)

    Ich finde es toll, wie Ihr alles meistert mit der Erkrankung von Jamie!

    LG, Melli

    AntwortenLöschen
  9. ohje das ist sicherlich nicht immer einfach, aber man wächst in sowas ja rein und ihr denkt beim Kauf von neuen Sachen sicherlich schon immer einen Schritt weiter wenn ich das Schaukelpferdchen sehe :-)

    LG Maike
    http://maikes-hobbyblog.de/archives/2033

    AntwortenLöschen
  10. Prima, dass Du das RettichsaftRezept beschreibst. Seit gestern ist unsere 19monatige nun das erste Mal in ihrem Leben krank: Sie hat Schnupfen...
    Ich finde, ihr geht großartig mit der Erkrankung von Eurem kleinen Lord um! Ich wünsche Euch alles Liebe!
    Liebe Grüße,
    Kati
    http://bananezwiebackbrei.blog.de/

    AntwortenLöschen
  11. Hallo, Abspeergitter hatten wir auch zu Treppe hoch und runter 4 Stück an der Zahl im Haus. Seit 1/2 ist das letzte Gitter zum Keller runter weg .Leonie ist auch in jetzt auch musikalischen Früherziehung , vorher war sie im Musikgarten, war super toll, was man da noch mal alles für Lieder und Fingerspiele lernt.
    Sie möchte später auch Klavier spielen , wie ihre grosse Schwester.
    lg Tinamaria

    AntwortenLöschen
  12. Was man so alles erfährt bei der Eltern Kind Parade. Ihr scheint als Familie ja wirklich gut umzugehen mit der Erkrankung! Hey und der Helm ist toll, da habe ich shcon ganz andere gesehen

    AntwortenLöschen
  13. Hallo,

    Deinen Rettichsaft kenne ich auch. Der ist viel angenehmer als Zwiebelsaft und hilft richtig gut.

    Schön, wie ihr das alles mit eurem Kleinen meistert.

    AntwortenLöschen
  14. Hallo :)
    Beim Rettichsaft hat es mich arg geschüttelt. ;) Vielen Dank für den Einblick in euer Leben. Auch ich finde es bewundernswert wie ihr mit der Krankheit umgeht (ihr habt aber auch keine Wahl). Den Helm finde ich aber auch schick!

    AntwortenLöschen
  15. Ein toller Bericht... :) Ich habe wirklich respekt vor Eltern die mit "kranken" Kindern den Alltag meistern wie jede andere Familie auch.. so mit Leichtigkeit und vor allem Selbstverständlichkeit... Ich weiss nicht, wie ich damit umgehen / zurecht kommen würde... Danke für den kleinen Einblick :)

    LG
    Zimtschnute

    AntwortenLöschen