Sonntag, 18. März 2012

Eltern-Kind-Blogparade, Wochenaufgabe Nr. 10




Gerade erst mit Aufgabe Nr. 9 fertig geworden, gibt es nun schon wieder Aufgabe Nr. 10 der Eltern-Kind-Blogparade. 
In dieser Woche soll es darum gehen, wie kinderfreundlich unser Land ist. 


Ein tolles Thema hat sich da unsere Testmama wieder einfallen lassen, der ich an dieser Stelle ein ganz großes Lob aussprechen möchte. Sie gibt sich so viel Mühe mit dieser Parade und steckt so viel Zeit und Kraft und Energie hier rein, verzichtet auf Schlaf und weiß nicht noch was und macht das hier alles ganz toll! 


Aber nun wieder zum Thema. 


Ich wohne sehr ländlich, in der letzten Ecke Thüringens in einem kleinen Ort. Wir werden umzingelt von Sachsen. Ohne ein Auto geht hier gar nichts, denn in unserem kleinen Ort gibt es nicht einmal mehr ein Geschäft. Mit dem öffentlichen Nahverkehr brauchen wir hier auch nicht zu rechnen. Die Bahn hält inzwischen gar nicht mehr und das obwohl erst ein neuer Haltepunkt erbaut wurde und mit dem Bus käme ich vielleicht noch weg, bräuchte aber dann eine Übernachtungsmöglichkeit um am nächsten Tag wieder zurück zu kommen. Einziges positives ist, dass wir noch eine Kita-Einrichtung haben. Diese hat auch von 6 Uhr bis 17:30 Uhr geöffnet, was sehr hilfreich ist, denn die wenigsten haben das Glück, vor Ort eine Arbeit gefunden zu haben. 


Ein Begrüßungsgeld für Babys gibt es in unserer Gemeinde aus finanziellen Gründen nicht. Neben Eltern- und Kindergeld bekamen wir finanzielle Unterstützung durch den Stiftungsfond für Schwangere Frauen in Not sowie nach dem Jahr Elterngeldbezug durch das Thüringer Erziehungsgeld (bei meiner Tochter nicht, aber für meinen Sohn bekommen wir jetzt bis zu seinem 2. Lebensjahr wenigstens noch 50 € und das obwohl er eine Kita-Einrichtung besucht). Was mich jedoch bis heute ärgert ist die nachgelagerte Besteuerung vom Elterngeld, könnte man ja auch gleich in Abzug bringen! 


Meine ersten negativen Erfahrungen was dieses Thema betrifft musste ich machen, als meine Tochter gerade 3 Monate alt war, denn ich sollte mich nach einer Rücken-Operation zu einer 3-wöchigen, stationären Reha-Maßnahme in eine Reha-Klinik begeben. Kein Problem, sagte ich, wenn nur mein Baby mit darf. Hatte ich die vergangenen 3 Monate nichts von ihr, will ich doch nun endlich mein Babyglück genießen. Daran sollte es nicht scheitern und so wurde mir eine Klinik vorgeschlagen in der Babys ab 3 Monaten aufgenommen werden. Ich sollte mich auf ein ganz neues tolles Haus mit gepflegtem Garten freuen. Alles ging ganz schnell und schon wenige Tage später reisten wir mit tausend Sachen bepackt an. Doch plötzlich tat sich große Verwunderung auf, denn unser Anfahrtsweg führte an diesem tollen neuen Haus mit Garten vorbei und direkt zu einem alten, sehr alten Gebäude. Ok, das ist nur die Anmeldung sagte ich mir, aber nichts da, "nun führe ich sie auf ihr Zimmer. Ja, Kinder machen krach, Kinder machen Dreck und Kinder machen kaputt, deshalb werden unsere Mütter hier untergebracht", so wurden wir begrüßt! Na prima dachte ich, nun kann es nur noch besser werden, aber schon bald trat die Ernüchterung ein, das Haus war von innen noch schlechter als von außen. Im Zimmer: dunkle alte Möbel, im Bad kroch der Schimmel die Fliesen hoch, ein Bettchen für meine Tochter gab es, allerdings nicht höhenverstellbar, sehr hilfreich wenn man sich nicht bücken darf, eine Bade- und Wickelmöglichkeit war nicht vorhanden, die Teeküche war eine Etage weiter oben im Haus. Dafür wurde mir ein Spielzimmer präsentiert, mit dem ich ja nun mit einem 3 Monate alten Baby noch gar nichts anzufangen wusste. Auf Nachfrage sagte die Schwester: "wir haben uns auch schon gewundert, als wir das Alter ihres Kindes auf der Anmeldung gelesen haben und dachten an ein Versehen!" Spätestens da fragte ich mich, wo ich da wohl hingekommen sei. Nach einigen Diskussionen mit den Schwestern bekam ich dann ein stark verstaubtes aber wenigstens höhenverstellbares Bettchen und eine Bade- und Wickelkombi, naja eher eine Wickelkombi, denn der Stöpsel von der Wanne war abhanden gekommen. Nun half alles nichts, da mussten wir durch, gehen wir erst einmal schön spazieren und schnappen frische Luft. Aber auch hier Enttäuschung pur, der Park war ungepflegt und verwachsen und in den Neuen kam ich dank einer Treppe und einem Schloss vor dem Tor nicht! Gut, dann probieren wir eben mal die Küche dachte ich, aber auch hier wieder Enttäuschung pur, denn der Gang in den Speisesaal wurde mir durch eine Brandschutztür versperrt. Ohne Hilfe kein Hineinkommen, denn ich hatte ja noch den Kinderwagen. Es war mir nicht möglich, die schwere Türe offen zu halten und den Wagen irgendwie hinein zu buxieren. Nach einer langen, ganz langen Nacht und der innerlichen Frage nach einem Ticket zurück schlief ich endlich ein und hoffte auf den nächsten Tag. An diesem erfolgte das Aufnahmegespräch und mir wurde eröffnet: Das Kind bleibt natürlich den ganzen Tag in der Kita! Hallo, sagte ich, ich will endlich mein Kind kennen lernen und bat darum, dass mein Behandlungsplan optimal zusammen gestellt wird, sprich damit sie nur einen halben Tag in der Kita untergebracht wird. Das war jedoch nicht möglich, weshalb ich schlussendlich die Flucht ergriff. Noch am selben Tag holte uns der Papi ab und meine Behandlungen bekam ich dann in einer physiotherapeutischen Praxis was super funktionierte! 


Negative Luft werden wir wohl erst wieder schnuppern, wenn meine Tochter in die Schule kommt. Spätestens dann werden wir uns nämlich nicht nur über das Schulsystem ärgern, sondern auch noch über horrende Beförderungsgelder mit dem Schulbus und unmögliche Hortzeiten! Hier ist das Problem, dass unsere Grundschule nicht gleich um die Ecke ist. Im Nachbarort befindet sich eine Grundschule, jedoch ist das ein anderes Bundesland und damit ein Problem. Durch Ausnahmeregelungen ist es zwar möglich, dass die Kinder diese Schule besuchen, jedoch werden die Beförderungskosten dort hin nicht übernommen und müssen somit von den Eltern selbst getragen werden. Und wer jetzt denkt, so teuer kann das ja nicht sein, der irrt gewaltig! 

Kommentare:

  1. na bumm -> sehr kinderfreundlich .... :-(

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  2. In der Reha-Klinik wäre ich auch nicht zur Behandlung geblieben. Was für eine Sauerei!

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  3. Oh weh - die Reha Klink war ja der Hammer. Sowas darf doch nicht sein, oder?

    Und mit der Schule kommt ja auch noch so einiges auf Euch zu und ich finde es wirklich schlimm, das sowas nicht mal übernommen wird. Dann müsste Deine Tochter also in eine Schule gehen, die weiter entfernt ist, und da würden dann die Gelder übernommen werden ? Die dann natürlich höher sind, weil der Weg weiter ist oder?

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    1. So ist es, aber die die weiter entferntere Schule nunmal zu Thüringen gehört und das eben die Schule ist in der die Kinder eigentlich eingeschult werden sollten, werden die Kosten dort hin übernommen und eben nicht in die kürzer entferntere Schule aus dem anderen Bundesland. Ein funken Hoffnung besteht jedoch, es wird darüber gesprochen, diese Schule zu schließen. Sollte das der Fall sein, werden die Fahrtkosten für die in Sachsen gelegene Schule übernommen.

      LG Romy

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  4. Oh man, was für eine Einrichtung war das denn bitte. Das geht ja mal gar nicht.

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  5. Vielen Dank für deinen Beitrag :-) Ich hoffe das das du nie wieder solche blöde Erfahrung machen musst wie in dieser Klinik!

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    1. Vielen Dank -das hoffe ich auch-

      LG Romy

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  6. ch hab beim Lesen richtig mit dir gelitten und mich sehr über diese Rehaklinik geärgert. Kann man sich da eigentlich beschweren? Kann ja nicht sein, dass so eine Klinik weiterhin an Mütter mit Kindern "empfohlen" wird. :(
    Ich drück die Daumen, dass sich bezüglich der Schule noch einiges tut, damit es für euch positiv läuft.

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