Freitag, 25. Mai 2012

Spiele-Blogparade; Nr. 2



Runde Nr. 2 der Spiele-Blogparade von 


steht unter einem ganz tollem Thema, 

nämlich: Spiele früher! 

Ein tolles Thema, zu dem ich wirklich viel schreiben kann. 


Also zunächst muss ich sagen, dass ich in meiner Kindheit zum "spielen" nicht viel gebraucht habe. Ein wenig trockenes Wetter und den ein oder anderen Freund und schon ging es los. 

So weit ich mich entsinnen kann, bin ich alleine oder mit meinem großen Bruder losgezogen - Es waren andere Zeiten! Ich kann mir nicht vorstellen, meine Kinder alleine auf die Straße zu lassen. 

Oft haben wir Buden gebaut, im Wald oder im Garten. Wir hatten Kletterbäume, die bestiegen und natürlich auch abgeerntet wurden. Im Winter waren wir mit dem Schlitten am Rodelberg und im Sommer haben wir uns den Abhang runter gerollt oder trafen uns am Badeteich - im Leben nicht, würde ich meine Kinder da alleine hin lassen -

In der Osterzeit haben wir uns immer zum Eier aufwerfen auf der Wiese getroffen. Vorher wurden noch schnell das Eiernetz gehäckelt. Lange Weile gab es nicht und Zimmer voll mit Spielen brauchten wir auch nicht. Wir freuten uns über Stelzen, einen Reifen, ein Springseil, einen Ball.

Wir haben Gummitwist gespielt und dazu Verse gesprochen ähnlich wie dieser: Trick - Track - Donald Duck - Micky Maus - rein, raus! Das ging auch mit den Händen, da haben wir gegenseitig abgehoben und Figuren gebaut. Heute weiß ich leider nicht mehr, wie das ging, aber als Kinder haben wir es oft am Schulbus gespielt und uns die Wartezeit damit verkürzt. 

Oft saßen wir auf Schaukeln und sagen Lieder. Da kann ich mich noch daran entsinnen: Du alte Fliege, wenn ich dich kriege, dann reiß ich dir 1,2,3,4 Beine raus, dann kommst´e ins Krankenhaus, dort wirst´e operiert, mit Spuke balsamiert... 

oder:

In einer Bar in Mexiko, da saßen wir und spielten froh, da wurden die Karten geschmissen in die Hosen gesch... karamba! 

Auch Hupfkästchenspiele waren angesagt. Mit Kreide wurden Kästchen aufgemalt, wie bei einem aufgeklappten Würfel. Dann musste man einen Stein ins erste Feld schmeißen und schließlich auf einem Brein darüber hüpfen, ohne den Rand eines Kästchens zu berühren. Dann wurde von einem ins nächste Kästchen gehüpft. Auf dem Rückweg wurde der Stein wieder aufgehoben und dann ins nächste Kästchen geworfen. Man war so lange an der Reihe, bis man einen Fehler machte (entweder Kästchen nicht getroffen oder auf Rand gesprungen). Ich glaube, einen Himmel gab es auch noch, da konnte man kurz ausruhen.

Mit Fitwasser haben wir Seifenblasen gemacht und oft haben wir Dinge gesammelt aus denen man etwas machen konnte wie Löwenzahnblüten, woraus wir Honig machten oder Lindenblüten, die getrocknet wurden um in der kalten Jahreszeit Tee kochen zu können. Naschereien gab es so gut wie gar nicht. 



Ich sammelte Knöpfe um sie immer wieder neu aufzufädeln. Außerdem haben wir Zeitungen und Gläser gesammelt und gegen ein paar Pfennige in der Altstoffsammlung abgegeben. 

Plastiktüten gab es keine, zumindest bis zur Wende und wenn man doch mal eine besessen hatte, dann wurde sie immer wieder ausgewaschen und weiterverwendet. 

Mein Opa arbeitete im Kuhstall und wir ließen es uns nicht nehmen, ihn dort wöchentlich zu besuchen. Dann gab es Milch, frisch von der Kuh versteht sich und eine Rutschpartie auf dem Heuboden. 




Die Kleidung sah schrecklich aus. Oft waren es selbst geschneiderte Sachen oder von einem Kind zum Nächsten weiter gegebene und unzählige male geflickt und repariert waren sie auch noch







Dennoch hatte ich eine tolle Kindheit. Auch ohne viele materiellen Dinge waren wir/ich sehr zufrieden. Ich hatte einen Teddy, ein Puzzle, eine Puppe und einen Puppenwagen. Mein großer Bruder hatte ein paar Indianderfiguren und ein Indianerzelt für den Garten. Mein Dreirad hatten schon mindestens 4 Kinder vor mir gefahren und meinen Trittroller auch und nach mir wurden die Sachen weitergegeben an weitere Kinder. Wenn etwas kaputt ging, wurde es irgend möglich wieder gebaut. 

Alles in allem wurden materielle Sachen mehr geschätzt und waren auch langlebiger.

Und so schön die Zeit auch war, manchmal möchte ich trotzdem gerne nochmal Kind in der heutigen Zeit sein um mit all diesen tollen Dingen spielen zu können.

Ich freue mich übrigens schon sehr auf das Projekt: "Spielzeugfreie Zeit" in unserem örtlichen Kindergarten. Da macht alles vorgefertigte Spielzeug "Urlaub" im Keller. Den Kindern bleiben Farben, Stoffe, natürliche Bastelmaterialien, Kartons, Papier, Kleber, Röhren...  Ich bin schon sehr gespannt, wie sich dieses Projekt, was sich über ein viertel Jahr strecken soll, auswirkt. 







Kommentare:

  1. Hupfkästchenspiele habe ich auch viel gespielt, daran hab ich jetzt ga rnicht mehr gedacht, hihi

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  2. Das "Spielzeugfreie Zeit" Projekt klingt interessant, würde hier auch nichts schaden! An Ostern haben wir auch immer Eier auf einer Wiese geworfen - Hachja, waren das noch Zeiten

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  3. Oh, ein schöner Ausflug auch in meine Kindheit (das Foto ist übrigens toll! :D) Wir haben auch den lieben langen Tag draußen gespielt, ich kann mir das heute für unsere Kinder auch kaum noch vorstellen.

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  4. Ja geilll, das mit der Altstoffsammlung kenne ich auch noch. Ich bin mit meiner besten Freundin Stundenlang um die Häuser gezogen um unser Taschengeld aufzubessern.

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