Montag, 24. Juni 2013

Eltern-Kind-Blogparade im Juni 2013 - wir haben bald ein Schulkind

Schlagworte Betreuungssituation
Grafik erstellt mithilfe von wordle.net
In diesem Monat unterliegt die Eltern-Kind-Blogparade der Testmama einem, im Vergleich zu den letzten Monatsaufgaben, ernsteren Thema, denn es geht um die Betreuung der Kinder. 

Währen die Einen möglichst lange selbst auf ihr(e) Kind(er) aufpassen können, müssen oder wollen, können, müssen oder wollen Andere die Betreuung frühestmöglich in fremde Hände geben. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlicher Natur, deshalb gibt es zu diesem Thema auch keinen Fahrplan, denn die Situationen in den Familien sind einfach viel zu unterschiedlich. Deshalb muss jede Familie den für sich individuellen Betreuungsplan finden. 

Und so soll auch das Thema ganz frei angegangen werden. Jeder der will, kann etwas dazu beitragen. Ob nun über die ganz eigene individuelle Betreuungssituation oder den Gedanken zur Betreuung der Kinder, zu Kindergeld, über Elterngeld oder Betreuungsgeld alles kann, nichts muss. 

Im Moment weiß ich noch gar nicht so richtig, wo ich bei dieser Aufgabe thematisch ansetze, doch der Monat Juni neigt sich dem Ende zu und ich möchte gerne abliefern. Also fange ich einfach mal an und lasse mich mit meinen Gedanke mal treiben. 

Sehr froh bin ich darüber, dass es in unserem kleinen Ort, in dem es kein einziges Geschäft mehr gibt, wenigstens noch eine Kindertagesstätte gibt. So müssen die Eltern, die auf die Dienste der Kita angewiesen sind, nicht noch zusätzliche Wege auf sich nehmen. Ich finde es toll, dass die Kinder aus unserem Ort gemeinsam spielen und aufwachsen und den Tag als Gruppe erleben können und die Kinder nicht vereinzelt unterschiedliche Kitas besuchen. So ist das Gefüge um unsere Kinder herum, seit sie den Kindergarten besuchen, stabil, denn die Gruppen wurde bisher nicht auseinander gerissen. 

Anders sieht es da beim Thema Schule aus, dass nun schon bald auf uns zukommen wird, denn im nächsten Jahr wird unsere Große ein Schulkind und schon jetzt fragt sie mich ständig, welche Schule sie besuchen wird. Aber ich kann ihr diese Frage einfach nicht beantworten, weil es zu viele Möglichkeiten gibt. 

Im seltensten Fall haben die Kinder unseres Ortes die für uns zuständige Grundschule besucht, denn um diese zu erreichen mussten sie immer eine ganz schön lange Fahrtstrecke mit dem Bus auf sich nehmen. Diese Schule ist eine alte Dorfschule und kämpft seit Jahren mit den Schülerzahlen und um ihre Existens. Sanierungen werden abgelehnt, weil die Schule über kurz oder lang gesehen eh keinen Bestand mehr haben wird. Mir gefällt dort aber, dass es Klassen mit im Schnitt 14 Schülern gibt. Jeder kennt jeden und es geht familiärer und ruhiger zu, als es an einer anderen Schule der Fall wäre. Ein Vorteil, der sich gerade für unseren Kleinen mit seiner Blutgerinnungsstörung als sehr positiv erweisen könnte. Ob dort aber in 3 Jahren immer noch eine erste Klasse gebildet wird, das steht in den Sternen. Doch viele Eltern stellten Moderne und kürze Busfahrtzeiten über den Luxus der kleinen Klassen, denn der Großteil der Kinder unseres Ortes besuchte bisher vielmehr eine Schule im Nachbarort. Doch diese befindet sich in einem anderen Bundesland. Es mussten Gastanträge gestellt werden, die im Schnitt bisher immer bewilligt wurden. Dort hin sind, wie schön erwähnt, die Busfahrtzeiten relativ gering und im Sommer könnten Größere sogar mit dem Rad fahren. Nun wurde unser Wohnort aber zum Jahreswechsel neu eingegliedert und da nun auch die Schule der neuen Stadt um die Gunst der Kinder buhlt, wurden nun schon einige Gastschulanträge abgelehnt. Hat man nun das Glück und der Gastschulantrag wird bewilligt, muss man die Busfahrtkosten, die sich übers Jahr gesehen zu einem dreistelligen Betrag aufaddieren, selbst tragen. Das Kuriose dabei ist, dass der Bus der die Kinder zur Schule unseren neuen Stadt fahren würde bezahlt werden würde, und das obwohl er an der Schule des anderen Bundeslandes, wo man die Fahrtkosten selbst tragen muss, vorbei fährt! Ist der Gastschulantrag für die Grundschule bewilligt, kann das Kind dort voraussichtlich die gesamte Grundschulzeit absolvieren. Da es aber eine weiterführende Schule ist, muss dann ab der Mittelschule der Gastschulantrag jährlich gestellt werden und da frage ich mich, ob ich jedes Jahr aufs neue die Kraft und Zeit habe, mich mit Schulanträgen herum zu ärgern. Angenommen, der Kleine würde die Grundschule dort besuchen und der Gastschulantrag der Großen würde abgelehnt werden und sie müsste sich auf eine Schule in unserem Bundesland besinnen, dann hätten wir zukünftig unterschiedliche Ferienzeiten, Feiertage und schulfreie Tage zu berücksichtigen. 

Bis zum Herbst müssen wir eine Entscheidung treffen und notfalls einen Gastschulantrag stellen. Aber ich kann im Moment keine geeignete Lösung für uns finden. Ihre Gruppe, das was uns die ganzen Jahre so gefallen hat, wird auf jeden Fall zerstückelt, denn einige Eltern haben ihre Entscheidung bereits getroffen, sei es wegen der Nähe zum Arbeitsplatz oder haben ihre Entscheidung abhängig gemacht an der Situation ihrerer größeren Kinder. Ich selbst finde die Nähe zur Schule im benachbarten Bundesland sehr vorteilhaft, aber die Antragsflut die damit zwangsläufig auf uns zukommen wird, raubt mir jeden Elan. Die kleinen Klassenstärken der benachbarten Dorfschule finde ich auch sehr positiv, aber wie lange wird es diese bei den geringen Schülerzahlen überhaupt noch geben? Ist der Weg des geringsten Widerstandes, wenn auch mit langer Fahrtstrecke von ca. 45 Minuten etwa doch der Bessere? Wenn, dann braucht Mausi auf jeden Fall ein Handy, aber ein Handy mit 6 Jahren? Und wird das nicht zuviel für Sie? Denn während andere Kinder noch schlafen oder schon wieder zu Hause sind und ihre Hausaufgaben erledigt haben, fährt sie noch mit dem Bus herum! Ich finde das ganz schön traurig. In den letzten 3 Wochen haben wir 2 Schulen besucht und unter die Lupe genommen. Wir haben die Hortzeiten und zusätzliche Angebote verglichen und doch bin ich noch nicht für einen Weg überzeugt. 

Die Situation und die Ratlosigkeit macht mich mürbe. Die Kraft, die Gedanken und die Energie könnten wir gut und gerne an anderen Stellen gebrauchen und einsetzen. Ich kann es auch nicht so ganz nachvollziehen, warum ich mir die Schule für mein Kind nicht aussuchen kann. Es gibt eine Schulpflicht und der will ich gerne nachgehen, doch dann muss ich damit rechnen, dass es jederzeit passieren kann, dass meine Entscheidung keine Berücksichtigung mehr findet. Kann der Gesetzgeber für ländliche Gebiete keine einfacheren Regeln schaffen? 

War das bei euch auch so schwierig? 

Mit dem Kindergarten war alles so einfach, eine Überlegung wohin und wohin nicht, war nicht gegeben, da wir ja nur über diesen einen verfügen. 

Ich bin gespannt, wohin uns unsere Entscheidung, die wir zwangsläufig treffen müssen, führen wird. Zwar konnte ich durch das Niederschreiben nun auch keine Lösung finden, aber mein Gefühl in welche Richtung es gehen könnte hat sich doch um einiges gestärkt, mal sehen ob ich das Kind auch überzeugen kann.  

Nun wünsche ich euch eine tolle Zeit. Im Juli und August 2013 wird die Parade in eine Sommerpause gehen. Ab 01. September geht es dann wieder weiter. 

Kommentare:

  1. Ja das ist alles nicht so einfach... Wir haben in unserem Ort nicht mal einen Kindergarten, aber zum Glück ein Dorf weiter. Im August hat Jannis seinen ersten Tag... Liebe Grüße Simone

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  2. oh mein Gott...das hört sich ja echt mal sehr kompliziert an ... da bin ich ja froh, dass wir uns damit nicht rumplagen müssen. Meine Maus kommt auch nächstes Jahr in die Schule, aber die ist nur 15 minuten Fussweg von uns entfernt, somit müssen wir uns keine solchen Gedanken machen wie du ... ich hoffe, dass du da für euch eine gute Wahl treffen kannst und du dir nicht ewig darüber einen Kopf machen musst

    LG Bibi

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  3. Als Bea in das Kiga-Alter kam, lag unser zuständiger Kindergarten keinen Kilometer Fußweg von uns entfernt, die Grundschule etwa genausoweit. Als nicht-ganz-normales Kind kam allerdings keines von beiden für sie in Frage. Der zuständige heilpädagogische Kiga war eine Stunde Schulbusfahrtzeit entfernt und - da wir ziemlich genau auf der Grenze zweier Einzugsgebiete liegen - die einzige Alternative bot die gleiche Fahrtzeit. Die Schule, auf die sie später wechselte, liegt direkt neben dem Kiga und so blieb es bei einer Stunde je Strecke mit dem Schulbus. Die eine Stunde pendelt sich im Tagesablauf ein, allerdings ist es eine ziemliche Fahrerei, wenn irgendwas los ist: Sei es ein bisschen Übelkeit und das Kind muss abgeholt werden, eine Schulveranstaltung, ein Nachmittagstermin in der Schule, etc. Wenn die Freunde dann eben zufällig direkt neben der Schule wohnen, ist ein Spieldate schwierig. Vor dem Papierkram solltest Du allerdings keine Angst haben, schlimmer als ein Antrag auf Eingliederungshilfe kann das auch nicht sein und selbst der ist machbar (wobei ich mich immernoch frage, warum der nicht vorhandene Ehemann unseres damals 13jährigen Mäuschens sein Einkommen offenlegen sollte...).

    Welche Lösung die Beste ist, kann ich Dir nicht sagen, aber eines schon: Es gibt - z.T. auch recht günstige - Kinderhandys, die nur 3-4 von den Eltern vorgegebene Nummern wählen können. Dann ist die blaue Taste "zu Hause", grün "Mama Handy" und gelb "Oma & Opa". Vielleicht noch irgendwann die rosa Taste für die beste Freundin, aber das kann auf Dauer teuer werden... ;)

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    1. Vielen Dank für deinen lieben und umfangreichen Kommentar. So eine Fahrtzeit ist schon nicht zu verachten, aber wenn es die optimale Schule ist, dass muss es halt so sein. Problematisch wird es, wie du schon schreibst, wenn was ist und sie geholt werden müssen.

      Notiz für mich: Beachte bei der Entscheidung auch die Lage der zuständigen Kinderarztpraxis! Wenn ich dann nämlich gleich noch zum Kinderarzt fahren wöllte, dann müsste ich bei 2 der 3 Schulen wieder in eine ganz andere Richtung fahren.

      So ein Handy wird sie sicher bekommen.

      LG Romy

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