Samstag, 22. März 2014

gut versorgt ist, wer vorsorgt!

Neulich waren wir zu einem ganz besonderen Jubiläum eingeladen. Anlass zum Feiern gab ein 50-jähriges Ehejubiläum, auch bezeichnet als "Goldene Hochzeit". Fünfzig Jahre mit ein und demselben Partner zu teilen, gemeinsam füreinander bei jeder Lebenslage einzustehen, Sorgen, Ängste, aber auch die schönen Momente des Lebens zu teilen, das ist etwas ganz besonderes. Besonderes war auch der Moment, als das Jubelpaar gemeinsam den Schirmtanz tanzte.


Ich selbst mache mir keine großen Hoffnungen, ein solches Jubiläum einmal begehen zu können. Angenommen Schatz und ich wir würden uns jetzt "trauen", dann wären wir bei unserer Goldenen Hochzeit stolze 88 und 84 Jahre alt und würden wahrscheinlich keine so gute Figur beim Schirmtanz abliefern.

Fünfzig Jahre Eheglück, das kann man nur gemeinsam erleben und die Freude darüber stand dem Jubelpaar ins Gesicht geschrieben. Das Leben war von vielen schönen Momenten geprägt, aber es gab auch schlechtere Zeiten, bei denen man sich immer wieder neu beweisen und zusammen finden musste. Doch es bestehen auch Ängste, Angst vor einer Zukunft, auf die man mittelbar keinen Einfluss hat. Was, wenn es plötzlich gar nicht mehr geht, wenn die Kräfte, der Geist oder die Gesundheit nicht mehr mit machen? Mit Blick auf die geografische Lage in der wir hier wohnen, wird ein gemeinsames Altern zusätzlich erschwert. Es fehlt an einer persönlichen Grundversorgung mangels Einkaufsmöglichkeiten, ärztlicher Betreuung und mobilen Pflege. Ein gemeinsames Altern in Würde, egal in welcher Lebenslage, so der Wunsch für die gemeinsame Zukunft.

Mit ihren Sorgen und Ängsten steht das Jubelpaar längst nicht alleine da.


Betrachtet man Presse und Medien, so sind die Ängste nicht hausgemacht, denn man trifft auf viele besorgniserregende Schlagzeilen.  

Negative Faktoren in der Pflegebranche:

  • demographischer Wandel, 
  • fehlende Qualitäts- und Fachstandarts, 
  • geringe Personalschlüssel,
  • Personal- und Fachkräftemangel,
  • fehlende neutrale Kontrollen,
  • hoher Eigenanteil (Kostenfaktor),
  • etc. 

Diese Punkte zu kompensieren und abzufedern ist keine leichte Aufgabe, auch wenn politisch immer mehr dafür getan, dass ein menschenwürdiges Altern und eine fürsorglichere Pflege von Bedürftigen möglich gemacht werden kann. 

Auf der Suche nach einem, den eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen angepassten Alterswohnsitz können die Medien aber auch nützlich eingesetzt werden. So kann man beispielsweise mittels der bundesweiten Pflegewohnberatung Seniorplace, die unverbindlich, unabhängig und vor allem kostenlos berät, ein ganz individuelles Wohn-/Alters- oder Pflegeangebot finden. Unser Jubelpaar jedenfalls hat sich vorab informiert. Da es hier auf dem Land mit zunehmenden Alter doch schwierig werden könnte, zieht man einen Wohnsitzwechsel vor. In Betracht kommt ein Wechsel ins betreute Wohnen. Dort besteht die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen und kann doch durch angebrachte Notrufknöpfe und Sprechanlagen auf sofortige Hilfe zurück greifen. In dem zur Wohnanlage gehörenden Altersheim kann man an Veranstaltungen teilnehmen und Beschäftigungsangebote nutzen. Tanzstunde, Zeitungsschau und auch verschiedene Themennachmittage stehen auf dem Programm. Zudem stehen Dienstleistungsangebote wie medizinische Fußpflege und Friseur zur Verfügung.

Es ist sicher nicht einfach, mit den Wurzeln, die über Jahre hinweg wachsen konnten, zu brechen. Wie sagt man so schön: "Einen alten Baum verpflanzt man nicht". Es ist aber wichtig frühzeitig vorzusorgen und Entscheidungen wie diese zu treffen, denn ist man dazu nicht mehr in der Lage und ist die Geschäftsunfähigkeit, die für die Vornahme von Rechtsgeschäften unabdingbar ist, erst eingetreten, werden (Berufs-)Betreuer die Entscheidungs- und Verfügungsgewalt übertragen bekommen und ob sich deren Entscheidungen dann mit dem eigenen Willen decken, ist fraglich.

Auch Altersdemenz kann zum Verlust der Geschäftsfähigkeit führen, da die Folge von Demenz ein eingeschränktes Urteilsvermögen ist und bis zum vollständigen Verlust der Selbstbestimmung führen kann. Aber auch ein Unfallereignis oder eine Krankheit können zur Folge haben, dass man nicht mehr in der Lage ist, seinen Willen zu äußern.

Man sollte deshalb nicht nur frühzeitig testamentarische Regelungen treffen, sondern auch Vorsorge in Form der Erstellung folgender Formulare treffen:

  • Patientenverfügung/Gesundheitsvollmacht, 
  • Betreuungsverfügung, 
  • Vorsorgevollmacht und  
  • Bankvollmacht. 

Hierzu beraten auch Anwälte und Notare.

Leider ist niemand vor Unfällen, Krankheit oder Alterserscheinungen gefreit. Für solche Lebensereignisse vorbereitet zu sein und Entscheidungen klar geregelt zu haben, bevor man nicht mehr dazu in der Lage ist, ist deshalb äußerst wichtig, auch wenn solche Themen recht unliebsamen sind und gerne verdrängt werden.

Kommentare:

  1. Ja in der Pflegebranche kenne ich mich allzugut aus,
    LG

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  2. Meine Mom arbeitet in der Branche und sie liebt die Arbeit. Sie verbringt so viel Zeit mit ihren Rentnern, auch wenn sie diese nicht bezahlt bekommt.

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  3. Meine Mutter ist ja gelernte Altenpflegerin, vor 2 Jahren hat sie allerdings aufgehört!!! Ich hab mit Ihr immer die Dienstpläne gemacht und die alten Leute waren immer froh, wenn ich sie mal gedrückt habe oder mich zu ihnen gesetzt habe :o) Mein Onkel ist damals an Demenz erkrankt, dass war schon schlimm :o(
    Ja die Goldene Hochzeit, dass wäre ein Träumchen... Da aber mein Männlein 12 Jahre älter ist wie ich hab ich da nicht wirklich viel Hoffnung ;o)

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